Motorradfahren in Mecklenburg-Vorpommern

Meilenfresser über 600 km

Wer auch einmal in die Ferne will, der findet vielleicht hier ein paar Anregungen.

Bikertreffen mal anders, rund 1300 km

Ankommenstrunk am Stützpunkt

In diesem Jahr haben wir die Herrentagstour einmal vorgezogen. Der eigentliche Hintergrund der frühen Reise ist, wie immer die Arbeit. Urlaub ist in den letzten Jahren bei allen die Arbeit haben Rah geworden. Das soll nicht heißen, dass nicht genug Urlaubstage zur Verfügung stehen. Nur ist es kaum möglich sie so zu bekommen wie man sie möchte. Da spreche ich sicher für viele. In diesem Jahr kommt erschwerend hinzu, dass die Temperaturen es nicht über 15 °C schaffen. Wir sind leider nicht einmal auf die versprochenen 10°C gekommen. In diesem Jahr ist wieder einmal Dänemark als Ziel auserkoren worden. Ein Haus auf Fynen stellte unsere Basis. Prima Haus mit Grill und manchmal auch Sonne. Für die Temperatur im Innern sorgten wir mit dem Kamin. Biertrinken am Feuer. Innen wie Außen. Nach einer langen Anfahrt über die Autobahnen des Nordens, half Bier und Grillen beim runterkommen. In diesem Jahr war die XVS 1100 das Gefährt meiner Wahl. Um Sie an diese etwas schnellere Gangart zu gewöhnen, drehte ich nicht über 110 km/h. Viele werden fragen: Was ist daran schnell? Die XVS stammt aus Schweden und kannte Max 90 km/h. Man merkt es ihr auch an. Irgend wie ist ihr die Tour auch nicht bekommen. Ich habe das Gefühl, sie ist mehr am Zittern als vorher. Dieses Gefühl verstärkte sich auch auf unseren Rundtouren auf Fynen. Am ersten Tag fuhren wir ins 28 km entferne Schloss Egeskov. Dort war an diesem Wochenende freier Eintritt für Biker. Das ließen wir uns nicht entgehen. Bikes und ein technisches Museum anschauen. Ein muss bei einer Männertour. Schon bei der Ankunft konnte man sehen, dass die Dänen das öfter gemacht haben. Gute Organisation. Was noch auffiel, waren die vielen verschiedenen Pathes. Jedes Dorf scheint hier einen eigenen MC eine Heimat zu bieten. Auf den Pathes sieht man Eisbären mit Schlafkissen und viele andere kuriose Sachen. Auch Frauen tragen stolz ihre Kutten mit den Aufnähern. Niemand nimmt daran Anstoß. Eine riese coole Biker Gemeinde. Polizei war hier nicht einmal am Rand zu sehen. Ein Zeichen, dass das Gros der Motorradfahrer zu den vernunftbegabten Wesen gehört. Ein ständiges kommen und fahren erhöhte des Show und Schaueffekt. Tiefes brummeln aus den Chromrohren ist hier wohl noch erlaubt. Auch wenn man durch die Ausstellungen ging, hörte man diesen sonoren Brummton ständig. Als säße man neben einem Bienenstock. Nach vier Stunden machten wir uns auf die Rückreise. Im Stützpunkt wurde natürlich der Grill wieder angeheizt. Diesmal gab es Abendrot zum Abendbrot. Und es war eine fast schon angenehme Wärme um die 12 °C.

Für den Nächsten Tag planten wir eine Tour an der Ostküste Fynens entlang. Der Himmel war blau, die Sonne war an, aber wärme war eine Fehlanzeige. Der starke Wind hielt die Temperatur zwischen 5 und 9 °C. Da kam jede Pause gerade recht. Die Tour brachte uns von Svendborg nach Lundeborg. Hier gibt es am Hafen ein kleines Fischrestaurant. Leider nur mit einer dänischen Karte. Die beiden die wenigstens des englischen Mächtig waren, haben sich immer im Hintergrund aufgehalten. Sicher weil sie dann helfend einspringen wollten. Glücklicher Weise sprach die Dame ein gutes Deutsch. Erleichtert konnte ich die Bestellung aufgeben. Es ist zwar peinlich, aber auch schön, dass viele ältere Dänen und Däninnen unsere Sprache beherrschen. So trafen wir beim Kaffeezapfen am Kiosk in Kerteminde auf einen Fireblade-Fahrer der uns ungläubig fragte, was wir in Dänemark wollen. Er erzählte uns, dass er mit seiner Truppe lieber nach Deutschland fährt. In den Harz. Oder ins Weserbergland. Denn hier ist immer Wind und schnell fahren darf man auch nicht. Das mit dem Wind kann ich unterschreiben. Aber der ist bei uns auch. Schnellfahren wollten wir ja auch nicht. Dann warnte er uns noch vor dem neuen Busgeldkatalog. Schnellfahren sollte man tunlichst vermeiden. Man wird sehr schnell seinen Führerschein los und Busgelder in Höhe eines Monatslohnes sind keine Seltenheit. Im Spaß sagte einer von uns mit einer abwinkenden Geste: “ Wir sind alle Arbeitslos!” Mit einem lächeln gab der schnelle Däne zurück: “ Das sind wir alle!” Prima Einstellung. Nach dem wir uns in Ladby bei Kerteminde die Überreste eines Wikingergrabes angeschaut haben, wechselten wir den Führer. Von Garmin auf TomTom. Das Garmin hat sowieso nur Probleme gemacht. Das ist aber etwas für die Bastelecke. Das TomTom kann Routen mit Kurven berechnen. Und es kann sie auch anzeigen. Wer diese Funktion hat, sollte sie auf Fynen unbedingt ausprobieren. Für diesen Abend blieb der Grill leer. Also etwas zu Essen suchen. Wir hatten Hoffnung irgend eine Bude am Straßenrand zu finden. Restaurant am Weg sind Rah und meist geschlossen. In Faaborg wurden wir am Markt fündig. 4 Jumbo Burger + Cola. Ein gesundes Biker Abendbrot. Es war auch ein wenig Salatblatt zwischen die beiden Fleischscheiben gefallen. Die Cola haben wir durch einen Strohhalm gesaugt. Das neutralisiert den Zucker. Im Stützpunkt half dann ein guter Whiskey bei der Verdauung der gesunden Nahrung. Am nächsten Morgen hieß es etwas früher aufstehen. Tag der Abreise. Die noch vorhandenen Getränke im Korb, hätten noch zwei Tage Urlaub bedeutet. Aber ohne Bier? Das war ein Thema, welches ich mir die Tage anhören musste. Nur zwei Kästen. Was soll der Geiz? Ja, bei der nächsten Tour läuft das anders. Wenn wir ein Versorgungsfahrzeug dabei haben. Und da waren sie wieder. Meine Probleme. Auf der Rücktour hatte ich wieder die Probleme mit der XVS. Ab 100-120 km/h hatte ich wieder das Gefühl, im Motor arbeiten keine Kolben sondern Schmiedehämmer. Zittern und klappern. Das Ventilpfeifen nahm zu. Ich habe leider noch keine Erfahrung mit diesen Dingern. Hinter Lübeck hatte ich die Nase voll. Wir waren wieder im Einzugsbereich des ADAC. Also wenn er mir um die Ohren fliegt, dann soll es so sein. Rechts ist Gas. 130 km/h lief die Kiste Schwingungsarm. Nicht gerade geräuschlos aber sie lief. Auch 140 und beim überholen waren es auch 150 km/h alles kein Problem. Nur das metallische Klopfen ließ nicht nach. Genau wie der starke Wind von vorn. Den gab es gratis zum Fahrtwind dazu. Schei.. Sturmböen. Sie Schafte es bis auf den Hof. Ohne ADAC. Es bleibt ein ungutes Gefühl und die Erkenntnis, dass die SV kaum sorgen gemacht hat und die Autobahn entspannter meister.

Ladby Wikingerschiff Nachbau

Flunderfilet mit Pommes in Lundeburg. Sehr Guuut!

Hafen Svendborg

Grillen am Stützpunkt

vor Schloss Egeskov

Motorradausstellung Egeskov

Motorradausstellung Egeskov

Bikertreffen vor Egeskov

Irgendwo stehen wir

Annis Kiosk aus Mare TV

Mehr ist dat nich !

Sonnenuntergang am Stützpunkt

Schwedentour 3. Teil (wieder Heimwärts)

Landgut in Skåne

Landgut in Skåne

Ich kannte Jönköping von unserer letzten Herrentagstour im Jahr 2014. Ich wollte auch nicht in die Stadt eintauchen. Es wird sich sicher viel verändert haben, aber Baustellen habe ich bei meiner heimischen Arbeit genug. Da muss ich hier nicht auch noch in irgend welche Baugruben starren. Viel wichtiger war mir die Geschichte mit der Chopper-Maschine. Ich hatte von der Besichtigung bis zu diesem Tag genug Zeit um mir die ganze Sache noch einmal zu überlegen. Wehrend der Fahrt, schweiften meine Gedanken immer wieder ab. Kaufen, ja! Aber wie bekomme ich die Kiste nach Deutschland? Alle Varianten spielte ich im Kopf durch. Immer gab es eine Hürde. Aber irgendwann siegte das Wort “Egal” wird schon irgend wie gehen. Am Nachmittag war der Kaufvertrag fest gemacht. Alles weitere werde ich mir in Deutschland ausdenken. Es ist ja nicht wirklich eilig. Ich hab bis hier her gut mit Suse gelebt. Und das werden wir auch noch eine ganze Weile. Nach dem Händedruck und der Verabschiedung planten wir den Abend. Unser Essen holten wir aus dem örtlichen Dorfladen (ICA). Es wird schon wieder schwedische Hotdogs geben. (Eigenkreation) Den Schlafplatz fanden wir rund 10 km weiter. In Torne am See. Der Asnen ist ein zerklüfteter See, der Kanu-Touristen und Angler einlädt. Wir waren beides nicht. Aber völlig durchgeschwitzt. Das Thermometer hatte auch hier in Schweden die 30°C Marke geknackt. Beim Einchecken gab es eine böse Überraschung. Wir waren es gewohnt mit Plastikgeld zu bezahlen. In Schweden ist dies noch üblicher als in Deutschland. Aber diese Leute hier wollten Bares. Das riss ein Loch in die Kasse. Denn der Schlafplatz fraß die letzte Krone auf. Am Ende blieben genug Kronenstücke übrig um zweimal warm zu duschen. Die Abendwäsche erledigten wir mit einem Sprung in den See. Herrlich! Aus schwedischen Seen soll man ja trinken können. Hier würde ich es lassen. Getrunken haben wir am Abend schwedisches Leichtbier. Und zwar auf einem sagenhaften Konzert in der Wallhall des Platzes. Ein kleiner Saal mit vielen fröhlichen Leuten. Eine kleine Band spielte Internationale Rocksongs. Auch schwedischer Punk war dabei. Die Sängerin war eine wirkliche Rockröhre. Die wäre bei der “Voice of Sverige” sicher sehr weit gekommen. Ihr Repertoire umfasste ACDC mit der gleichen Stimmengewalt wie das Original. Aber auch ABBA kam nicht zu kruz. Im Übrigen muss ich sagen, dass ich ABBA noch nie so rockig gehört habe. Einfach Prima. Und das Publikum ging vom ersten Song an ab wie Schmitz Katze! Die Damen tanzen auf den Tischen und schüttelten ihre blonden Mähnen. Die Männer sangen lautstark mit, ohne das es sich schlimm anhörte. Singen ist in Schweden ein Volkssport. Unser Bier an diesem Abend bezahlten wir mit Euro. Hier wurden fast alle Währungen anerkannt. Schluck um schluck leerten wir unsere Leichtbierbüchsen. Und dann setzte sich der Zeltplatzbesitzer neben uns und stellte seine Bierbüchse neben unsere. Wenn er nicht so eine netter Typ gewesen wäre, würde ich sagen: “Deör will misch produszieren!” Um es mit Alis Worten zu sagen. Wir lasen Krombacher auf dem Etikett. Wir müssen hier das Leichtbier trinken und der säuft deutsches Bier. Es sei ihm gegönnt. Wir können das jeden Tag haben. Sohnemann und ich grinsten uns an und vergaßen als bald was wir gesehen haben. Denn auch nach einer kleinen Pause röhrte die Dame ihre Songs weiter. Die Show ging bis 23.30 Uhr. Nach der dritten Zugabe mussten sie aber Schluss machen. Also alles fast wie in Deutschland. Was uns faszinierte war der Sachverhalt, dass hier alle fast jeden Song textsicher mitsingen konnten. Prima unkomplizierter Zeltplatz, gute Lage sehr freundliches Personal. Man fühlt sich gleich zu Hause.

Zeltpplatz in Torne

Zeltpplatz in Torne

Am nächsten Morgen krochen wir gegen 9.00 Uhr aus den Schlafsäcken. Nach der Dusche und einem kleinen Frühstück hieß es wieder, alles zusammenpacken. Der vorletzte Streckenabschnitt führte uns an die Küste nahe Trelleborg. Ich hatte mir ein Wikinger-Museum ausgesucht. 2014 standen wir hier schon einmal vor verschlossener Tür. Diesmal wollte ich hinein. Und da ich wusste, dass ein kleiner Platz für Wohnwagen gleich davor war, wollte ich mir den letzten Zeltplatz sparen. Die Wikinger waren zu Hause. An der Kasse fragten wir den alten grauen Wolf im Wikingerkostüm, ob man auf dem Platz auch Campen könne. Ja, aber leider nicht umsonst. Benötigt man Strom, Dusche und Toilette, kostet das 280 Kronen. Ohne Komfort nur 100 Kronen. Toilette wäre schon gut, da Junior wieder sein Bauchgrummeln hatte. Also viel die Entscheidung auf Komfort. Der Wikinger nahm in Wikingermanier ein  flaches Gerät mit einem Apfel drauf in die Hand und begann, den Preis auf das Glas zu hämmern. Dabei gab es immer wieder eine Fehlermeldung. Eine alte Registrierkasse (mechanisch) aus den 70zigern wäre für ihn besser gewesen. Nach dem vierten Versuch stellten wir gemeinsam fest, dass die beiden Zeitepochen nicht zusammenpassen würden. Wikinger und I-Pad, das konnte nicht gut gehen. Was wir freundlich fanden, war der Hinweis auf das Jedermannsrecht. Hinter der Pferdekoppel würden wir nichts bezahlen. Ja das wissen wir, aber wir können nicht mit einem sibirischen Klo umgehen. (zur Erklärung: ein sibirisches Klo besteht aus einem langen dünnen Stock mit Astgabel und einen kurzen Dicken Stock. Den ersten rammt am in den Boden und kann seine Jacke aufhängen. Mit dem kurzen jagt man die Wölfe weg.) Kurz um, wir sind Heimscheißer und brauchen für die Notdurft ein Klo. Nach den gescheiterten versuchen mit dem I-Pad folgten Schreibversuche, die auch irgendwie fehlschlugen. Der rote Zettel war Komfort. Er war fast fertig geschrieben. Dann aus heiterem Himmel warf er ihn weg und nahm einen grünen. Darauf standen statt 280 Kronen nur noch die 100 Kronen. Er reichte uns den Zettel mit den Worten: “ Fürs Kacken sollte man nichts bezahlen müssen!” (auf englisch)  Wer sagt, das Wikinger nicht weise sein können. So hatten wir unseren letzten Schlafplatz für diese Schwedentour erobert. Die nächste Nacht wird wieder auf der heimischen Matratze verbracht. Das Museum indes war nicht so toll wie im Internet beschrieben. Die zwei Wikingerfamilien konnten nicht den Anschein eines belebten Dorfes erwecken. Da hat das Dänische Borghavn mehr zu bieten. Aber sie versuchen es. Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, dass es halbherzig gemacht wird. Ein hauch von Niedergang schwebt über der Siedlung. Als sich die Sonne dem Meeresspiegel näherte, gab es das letzte Abendmahl. Nein, keiner wurde verraten und muss an Kreuz. Wir kochten unsere fertig Nudelsuppen. (Asiatische Ramen) Meine hatte schärfe und erleichterte nach dem verzehr das Atmen. Eine Stunde später war ich über die Toilette froh. Ab 21.00 Uhr beobachteten wir ein junges Pärchen, die mit ihren Handys über das Gelände rannten.  Geocaching dachten wir. Aber die ganze laue Nacht hindurch, liefen Jugendliche über den Platz. Autos kamen und fuhren. Die Moderne machte auch vor den Wikingern nicht halt. Am nächste Morgen bekamen wir die Bestätigung für unseren verdacht. Pokemon-Jäger! Dieser Morgen war wie jeder der letzten Woche, aufstehen und zusammenräumen, dann Abfahrt. Unsere Fähre nach Rostock fuhr um 14.30 Uhr. Gegen 21.00 Uhr passierten wir den Leuchtturm von Warnemünde.

Schönes Wetter, nette Leute und wieder eine Menge gelernt. Was will man mehr für eine Woche ausspannen. P.S. Junior hat seine Sache gut gemacht. Zum richtigen Touren fehlt im nur noch ein richtiges Bike.

Über dieses Wasser müssen wir nach Hause

Über dieses Wasser müssen wir nach Hause

ein letztes Mal Zelten

ein letztes Mal Zelten

Such den Fehler

Such den Fehler

Zelten bei den Wikingern

Zelten bei den Wikingern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer die genauen Weg wissen will, um sie vielleicht nach zu fahren, der kann sich an mich wenden. E-Mail

Wer die genauen Weg wissen will, um sie vielleicht nach zu fahren, der kann sich an mich wenden. E-Mail

Schwedentour 2.Teil

Ein Wetterchen

Ein Wetterchen

Vom Gand Canyon aus fuhren wir in Richtung Västervik. Erst auf einer dieser besagten Hauptstraßen. Das Navi wollte mit uns wieder nach links in den Wald verschwinden. In der Info Zeile war unbefestigte Straße zu lesen. Nein diese Tortur wollte ich nicht noch einmal machen. Also hielt ich weiter auf Västervik zu. Im Kopf versuchte ich die Karte von Schweden zu sortieren. Und kam ins zweifeln, ob ein blankes draufhalten nach Västervik Sinn machen würde. Den Tättö liegt nördlich von Västervik. Auf meiner Reise zum Nordkap 2011 habe ich gelernt, das man dem Navi doch vertrauen sollte. Damals hatte ich ein Medion und war sehr zu frieden, bis ein Softwarefehler alles zum Stillstand brachte. Als das Navi mich wieder bat links abzubiegen zeigte es eine Ortschaft an.  Gut, dann ist wohl alles klar. Abbiegen. Die nun vor uns liegende Landschaft war wie aus dem schwedischen Bilderbuch. Dorf am See, Wald, Wiesen. Dann ein Abzweig in Richtung Vimmerby auf Asphalt oder Richtung Blackstad durch den Wald. Und natürlich auf einem unbefestigtem Weg. Vimmerby hieße zurückfahren. Fragend schaute ich Junior an und zeigte in Richtung Waldweg. Wollen wir wirklich? Sein Kopfnicken kam ohne Zögern. Also los. Nach knappen 5 km erreichten wir feste Straße. Und mussten sie für den heutigen Tag auch zum Glück nicht mehr verlassen. Jetzt war nur noch eins wichtig. Zeltplatz finden und den Tag beenden. Es ging auf 19.00 Uhr zu als wir in Tättö die Rezeption betraten. Sohnemann regelte mit seinem Englisch die Einreisebedingungen. Für die Schranke gab es eine Magnetkarte. (Die werden auch immer moderner) Der Zeltplatz ist sehr gut ausgestattet und liegt Wunderschön. Unser Abendbrot bestand aus Schwedenbrot mit warmen Würstchen. Es waren improvisierte Hotdogs. Gegen 22.30 Uhr krochen wir in die Schlafsäcke. Für diesen Tag hatten wir Motorradabenteuer genug.

Hotdog mal anders

Hotdog mal anders

Der nächsten Morgen begann mit einem Ingwertee und einem Nutellabrot bei mir und muffeln bei Sohnemann. 9.00 Uhr ist ja kurz nach dem der Hahn gekräht hat. Sonnenlicht um diese Zeit, tötet junge Menschen. Oder es macht sie zu mindestens sehr krank. Gegen 11.00 haben wir alles zusammengepackt und konnten den Platz verlassen. Das Navi hatte die Aufgabe uns zur Tränke zu führen. Die Pferde brauchen Wasser. Der Tag sollte uns heute zu einer Freundin führen die nahe Katrineholm ihren Lebensmittelpunkt gefunden hat. Am Abend zu vor hatte ich mich noch einmal mit unseren Garmin auseinandergesetzt. Und fand in den Einstellungen eine Option die ich hätte schon früher abstellen sollen. Unbefestigte Wege meiden. Aber wir hätten uns vielleicht auch um so manches Fahrerlebnis betrogen. Jetzt fuhren wir nur auf Asphalt. Und es waren die schönsten Straßen darunter. Die hätten jedem Motorradfahrer gefallen. Denn es war für alle was dabei. Aber irgendwann kamen wir um die E 22 nicht herum. Gegen 15.00 Erreichten wir unser Ziel. Da wir unserem Stellplatzeigner nicht zu früh auf den Geist gehen wollten, suchten wir uns ein kleines Kaffee. Bei einem Stück Kuchen und einem Cappuccino ließen wir noch eine Stunde vergehen, ehe wir das Haus der Freundin suchten. Sie hat es gut getroffen. Sie wohnt so, wie wir deutschen es uns vorstellen. Ein kleiner Bauernhof abseits des Stadttrubels.

Bei Freunden in der schwedischen Idylle

Bei Freunden in der schwedischen Idylle

Ein kleines Flüsschen rahmt das Grundstück ein. Und es gibt einen Pool, den ich mit ihren Kindern am späten Abend ausprobiert habe. Wir mussten gegen ein Gummikrokodil kämpfen. Mal haben wir gewonnen und mal war das Krokodile stärker. Wie im waren Leben halt. Bei einem Bier drehten sich die Gespräche um den Vergleich Deutschland vs Schweden. Sie lebt jetzt bereits 17 Jahre in Schweden und kann daher gut urteilen. Vieles was wir in unserer Bullerby Romantik nicht sehen, macht dann sehr nachdenklich. Auch die Angleichung an deutsche Verhältnisse. Sind wir wirklich Kulturprägend für Europa? Und warum übernehmen die Länder nur die negativen Dinge, die wir Deutsche am liebsten Abschaffen würden?  Schon komisch das Ganze! Aber ich will die Welt nicht verändern sondern nur das was ich wirklich ändern kann. Und das ist leider nicht sehr viel. Halb Eins verpuppten wir uns wieder in den Schlafsäcken um am nächsten Morgen einem Schmetterling gleich über die Landstraßen zu fliegen.

Unsere heutige Tagesetappe geht um den Vättern See. Erst mal Richtung Örebro auf der 52 dann nach Ackersund von dort nach Karlsborg. Als ich 2014 mit dem Jungs in Schweden war, wollten wir einmal um den Vättern. Leider hatten wir ein schlechtes Zeit-Management Wir hätten es wie jedes Jahr machen sollen. Jeden Tag eine andere Stadt. Wir haben uns aber für zwei Tage Jönköping  entschieden. So kamen wir nur bis Motala. Nun wollte ich auch die andere Seite des Vättern sehen. Auf Google sieht es aus, als könne man während der ganzen Fahrt den See sehen. Leider ist das nicht so. Aber die Straßen bis Karlsborg sind wieder für Motorräder gebaut. Besonders bei diesem Wetter. Es lag aber auch wieder einmal am Navi. Da ich dem Navi auch verboten habe Autobahnen zu benutzen, führte uns Garmin nicht die 49 entlang, sondern über Sannerud, Svanhult und Undenäs. Da ich für diese Ecke keine Karte im Kopf gespeichert vorfand, ließ ich dem Navi sein Recht. Wunderte mich aber, dass das Wasser auf der falschen Seite war. Da ich meinte, wir fahren doch am Ufer des Vättern. Die Strecke ist aber sehr empfehlenswert. Von Karlsborg aus hielten wir uns aber jetzt dicht am See. Der aber nur ab und an durch die Landschaft lugte. Leider hatten wir wieder ein Zeitproblem. Ich wollte bis 18.00 Uhr einen Zeltplatz vor Jönköping finden. Den hatte ich mir dieses Mal nicht schon vorab bei Google gesucht. Also vor Ort suchen.

Elchburger in Fikebäck

Elchburger in Fikebäck

In Fiskebäck wurden wir dann belohnt. Eigentlicht wollte uns der Besitzer nicht so recht auf seinem Platz haben. Da er Platzprobleme hatte. Der Zeltplatz lag 150 m vom See entfernt und war gut besucht. Aber er hatte ein einsehen und Wies uns ein kleines fleckchen Erde zu. Als der Jungster wieder sein Englisch testete, fragte der gute Mann ob wir aus Deutschland seien. Nach dem Ja, meinte er beiläufig, dass wir dann ja auch deutsch reden könnten. (Es war kein Deutscher, er hatte es einfach drauf) Nach dem wir ihn entlohnt hatten, pries er noch seinen kleinen Imbiss. Die Einladung nahmen wir nach dem Zeltaufbau an. Elchburger mit Pommes und ein schwedisches Leichtbier. Mir hat es geschmeckt. Der Jungster hatte nächsten Morgen Probleme. Es fehlten wohl die ganzen E`s (E255 usw.) die im MC Doof Essen versteckt sind. In den Schlaf wiegte uns ein Belgier, der bis spät vor seinem Wohnmobil saß und einen Gitarrensong nach dem Anderen spielte. Ohne zu singen, aber handwerklich sehr gut gespielt. Endlich wieder etwas Musik. Für Junior der das als Lebenselixier braucht war das ein schöner Tagesabschluss. Er konnte nicht ahnen, dass der nächste Abend das noch toppen wird.

 

 

Badeplatz in Tättö

Badeplatz in Tättö

Warten auf das die Würstchen warm werden

Warten auf das die Würstchen warm werden

Blick von Tättö 1

Blick von Tättö 1

Felsinseln vor Tättö

Felsinseln vor Tättö

angekommen auf Tättö

angekommen auf Tättö

Wer hat schon ein eigenes Flüsschen

Wer hat schon ein eigenes
Flüsschen

Junior und der Vättern See

Junior und der Vättern See

Beispiel für schwedische Straßen

Beispiel für schwedische Straßen

1 Woche schwedischer Sommer 1580 km, 1. Teil

Warten auf die Fähre

Warten auf die Fähre

Schon vor langer Zeit äußerte sich Junior zu seinem Ferienprogramm. Er würde gern durch die schwedischen Weiten fahren. Mit seinem Motorrad natürlich. Oh je ! War mein erster Gedanke. Mit einer 125 ziger und in einem Zelt eine Woche durch Schweden? Ob das Problemlos funktioniert? Kurz vorweg, es hat funktioniert und nicht einmal schlecht. Da wir in Schweden Freunde haben, viel die Organisation des Trips etwas leichter und sparte auch ein wenig Zeltplatzkosten. Die aber für Motorradfahrer ohne hin nicht so groß ausfallen. Im schnitt haben wir zwischen 20 bis 25 Euro für die Nacht bezahlt. Zwei Leute, ein Zelt und zwei Motorräder. Also wie zu Hause.

Los ging es am Sonntag mit der Fähre von Sassnitz nach Trelleborg. Leider waren wir dazu verdammt die Nachtfähre zu nehmen. Da sich die Deutschen wieder mehr Skandinavien widmen, waren alle Fähren die früher am Tag fahren würden ausgebucht. Der Terror und die Flüchtlingsflut im Süden Europas, scheint doch Auswirkungen auf das Reiseverhalten zu haben. Auch gibt es Probleme mit der Streckenversorgung der Fähren. Früher fuhren zwei Fähren im Wechsel. Nun ist es nur Eine und die fährt zweimal am Tag. Da die Überfahrt von Sassnitz aus nur vier Stunden dauert, versuchen viele diese Verbindung zu nehmen. Von Rostock sind es 6 Stunden. Und das kann sehr anstrengen. Pünktlich um 3.05 Uhr lief die Fähre in den Hafen ein. Selbst für Atheisten eine unchristliche Zeit. Leichter Nieselregen machte die Sache nicht angenehmer. So beschlossen wir das „Allmannsretten“  in Anspruch zu nehmen. Etwa 10 km hinter Trelleborg (in Smygehamn, Smygehuk = südlichster Ort Schwedens ) stellten wir unser Zelt etwas abseits der schlafenden Wohnmobile auf.

Smyge Hamn erste Nacht

Smyge Hamn erste Nacht

Da es ein selbsttragendes Kuppelzelt ist, verzichteten wir auf die Befestigung im Boden und legten uns nur mit Schlafsäcken hinein. Der Regen blieb draußen. Gegen klokan(Uhr) 8.00 beschloss ich die Zelte abzureißen. Bevor die um uns herum stehende Wagenburg zum Leben erwachte. Hier in Schweden sind Camper keine frühen Vögel. Das Wetter hat sich etwas verbessert. Der Himmel war zwar noch sehr grau, aber es war trocken. Unser nächstes Etappenziel hieß Kosaberga (Kåsaberga, Ales Stenar). Ein kleines Fischerdorf hinter Ystad. Hier gibt es eine Steilküste eine Räucherei, etwas Kunst und Tourismus. Warum alle kommen? Wegen der Steinsetzung.

Ales Stenar

Ales Stenar

Hier gibt es ein kleines “Stonehenge”. Eine Schiffsgrabsetzung mit großen Steinen. Die Archäologie streite sich was es wirklich ist. Aber das ist halt immer so.  Nach der Kultur kam die Pflicht. Unser nächstes Ziel, das Haus eines Freundes nahe Växjö. Das sind runde 260 km. Im Navi war der kürzeste Weg eingestellt und Autobahnen sollte er meiden. Zwei Tage Später habe ich verstanden, was noch unter Meiden einzustellen ist. Aber dazu später. Das Navi führte uns über interessante Motorradstraßen auf die 23. Natur, Kurven und Gelassenheit dazu gesellte sich die Sonne immer öfter. Schweden ist Motorradland. Die 23 ist eine nach unseren Maßstäben Bundesstraße. Die Kuriosität liegt im ständigen Spurwechsel von einer auf zwei Spuren und der Mitteltrennung aus Stahlseilen. Das war die Umsetzung einer EU Auflage auf schwedisch. Für unser kleines Team ist dies aber ein Gewinn gewesen. Um die kleine 125 ziger nicht zu überlasten, haben wir uns entschieden zwischen 70 und 80 km/h herum zu gurken. Sicher hat der Eine oder Andere Verkehrsteilnehmer damit sein Problem gehabt, aber die meisten bleiben Tiefenentspannt und überholten, wenn es wieder zwei Spuren gab. Für Suse und mich war dieses langsame Cruisen auch eine Erfahrung. Als ich mich wieder auf deutschen Straßen bewegte, empfand ich 100 km/h als schnell. Mit Tankstopps und Pausen erreichten wir unser Tagesziel gegen 14.30 Uhr. Es war eine Wiedersehensfreude auf beiden Seiten. Das letzte mal das unser Kumpel Pelle den Junior gesehen hat, war immerhin 11 Jahre her. Wie die Zeit vergeht. Und noch etwas hatte sich verändert. Mein bisschen schwedisch hatte sich über die letzten Jahre etwas aufgelöst. Der Junior hat aber mit englisch glänzen können. Da mein Englisch nur für eine McDonalds Bestellung ausreicht, war ich ein wenig außen vor. Den mit meinem schwedisch Gestottere wollte sich keiner beschäftigen. Dem Bengel hat`s gefallen, denn jetzt sah er, dass eine Fremdsprache nicht schadet. Bei Bier und einem Bad in der geheizten Wanne ( schwedische Kultur) ließen wir den Tag ausklingen.Schweden201607 Apropos Bier, dabei kommen immer die schlechtesten Ideen zum Tragen. Ich ließ so nebenbei fallen, dass ich Geld für ein neues Bike ausgeben will. Gebraucht Neu. Also für mich wäre es dann Neu! Und schon am nächsten Morgen standen wir vor einer 1100 Yamaha XVS. Ein Schnäppchen. Dieses Schnäppchen war ab diesem Punkt mein ständiger, geistiger Begleiter. Ein Autoradio welches mich auf andere Gedanken hätte bringen können, war nicht vorhanden.

Gegen Mittag richteten wir unsere Vorderräder in Richtung Norden. Unser nächstes Ziel, der “ Gand Canyon “ von Småland. Den Parkplatz hatte ich unter Google gefunden und dem Navi anvertraut. Leider hatte das Navi und ich gegensätzliche Vorstellungen von Wegen die man mit Motorrad fahren kann. Irgendwann, bat mich das Navi doch jetzt von der schönen Straße abzubiegen. Ich leistete dem Folge. Am Ende des Dorfes verschwanden wir in einem Waldweg. Nicht schlimm dachte ich, bei Google war zu sehen, dass man noch ein, zwei Kilometer unbefestigte Wege fahren muss. Aus zwei Kilometern wurden 20 km mit Rollkies, Splitt, Steinbelag wie an Bahngleisen. Der Weg wurde immer Schmaler und links und rechts bewachsen. Dazu kamen Höhen und Täler. Alles in allem würden sich Offroad Fans genau so etwas aussuchen. Aber wir mit Gepäck und kaum Erfahrung. Das ist Abenteuer pur. Die Maschinen brachen auf diesem Geläuf immer wieder aus. Meine Straßenreifen waren alles Andre als für so eine Situation ausgelegt. Und bei den Spitzen steinen, habe ich immer einen Platten im Hinterkopf gehabt. Das wäre dann richtig fatal. Den ob der ADAC uns hier im Wald gefunden hätte? Aber zurück war auch keine Option mehr. Nun hieß es durchhalten. Dabei vergaßen wir vor Stress sogar ein Foto von dieser Situation zu machen. So wird diese Geschichte wohl später von vielen als Legende abgetan. Welch ein Jubel, wir haben eine feste Straße erreicht. Aber für nur kurze Zeit. Der Rest bis zum Canyon war altbekannter Schotter, aber diesmal kleiner und viel, viel Feiner. Kein wirkliches Problem. Am ersten Etappenziel angekommen haben wir uns erst einmal Mittag verdient.

Mittag am Grand Canyon

Mittag am Grand Canyon

Der Canyon als solches ist wohl eher Wanderer Gebiet. Für uns war da nur eine Schlucht die vielleicht 15-20 m tief ist. Gesehen und abgehakt. Hier war eindeutig der Weg das Ziel. Ich kann den Sohnemann nur loben. Er hat das Gut gemeistert. Dem Wald wieder entflohen, ging es in Richtung Västervik. Hier habe ich einen Zeltplatz auf einer Insel ausgesucht. Nach dem wir noch ein paar mal in die Falle mit unbefestigten Wegen (aber diesmal nur halb so schlimm) gegangen waren, erreichten wir gegen 18.00 Uhr den Zeltplatz auf Tättö. Ein prima Ort zum Ausspannen. Und das Wetter war einfach Super. Unser Freund hatte sich ja eine Nacht zu vor als Wetterfrosch versucht und gemeint, Wenn der Vollmond dort über den Wald aufgeht und es kaum Wolken gibt, ist für die nächsten fünf Tage Sommer in Schweden. Er sollte Recht behalten. Tättö liegt in mitten von kleinen Felsen-Inseln. Es sieht fast so aus wie die Scheren vor Stockholm. Die wir aber leider auch nur aus dem Fernseher kennen. Schöne Ecke. Hier sollte man noch einmal herkommen. Der Platz ist Sauber und gut gelegen. Und die sprachliche Organisation habe ich kurzer Hand an meinen Sohn abgegeben. Der Mensch wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben. Als Abendbrot gab es Impro-Essen. Und ab 22.30 Uhr lagen wir auf den Luftmatratzen. Gute Nacht!

Gand Canyon Såmolands

Gand Canyon Såmolands

Raus aus dem Jungel

Raus aus dem Jungel

Pause

Pause

Schwedische Landschaften

Schwedische Landschaften

Pause

Pause

Kåsaberga Hafen. Wer erkennt den Fehler ?

Kåsaberga Hafen. Wer erkennt den Fehler ?

Herrentag im Wonnemonat? 950 km

Wer ein großen Eisbecher will, der geht ins Elefand

Wer ein großen Eisbecher will, der geht ins Elefand

Mai und Herrentag gehören zusammen. In diesem Jahr kam auch noch bestes Wetter dazu. Eigentlich war unser primäres Ziel ein deutsches Mittelgebirge. Leider haben wir es mit dem Buchen schleifen lassen und sind so auf den dreh mit Danzig gekommen. Ich und Polen. Das ist bis her für mich kein Gedanke wert gewesen. Aber auf zu neuen Horizonten. Damit sind nicht nur geographische Erweiterungen gemeint. Auch im Kopf muss der Asphalt erneuert werden. Also los! Ohne eine Pension gebucht zu haben, brachen wir auf. Irgendwo wird es eine Schlafplatz geben. Unterschlupf fanden wir in einem Best Western in Oliwa rund 10 km vom Zentrum Danzig entfern in Richtung Gdynia. Aber verkehrstechnisch spielt das keine Rolle. Es ist alles eine Stadt. Schon beim einfahren haben wir den geballten Stress einer Großstadt erfahren müssen. Darum sagt man Ballungsgebiet. Und erfahren mussten wir eine zweispurige Magistrale von rund 30 km in der Rushhour. Die Motoren liefen heiß. Wir waren froh, keine Ducatis unser eigen zu nennen. Die wären eingegangen. Verkehr in Polen ist sowieso nichts für ein schwaches Nervenkostüm. Wer auf das nicht blinken der neuen Autofahrergeneration in Deutschland schimpft, kann hier darüber als Fauxpas lachen. Geschwindigkeitsschilder, Fußgängerüberwege und schlechte Straßenverhältnisse werden Grundsätzlich ignoriert. Wer sich an Regeln hält, steht nur im Weg. In Danzig ist es wie in jeder Großstadt. Vom Normalo bis zum Sportwagen alles vorhanden. Nur das alle fahren, als hätten sie Sportwagen. Unfälle sind an der Tagesordnung. Ersatzteile, sind kein Problem. So sieht man entlang der Einfallstraßen Teilehändler, bei denen sich z.B. Autotüren auf dem Hof stapeln. Kurioser Weise besser und aufgeräumter als bei den Ludolfs. Auch konnten wir einen kurzen Blick auf die Nachtrennszene werfen. Die traf sich vor dem McDonalds. Ein aufgebauter und getunter Lada 06 in Militärgrün wurde dort der staunenden Menge vorgeführt.

Nächster Tag, Sightseeing in Danzig. Nach dem Frühstück stand die Frage, wie gelangen wir in die Stadt. Die Wahl viel aufs Taxi. Der Rückweg noch unbekannt. Danzig ist auf jeden Fall eine Reise wert. In der Stadt wechseln sich zwar Bernsteinläden und Cafés ab, aber auch für Männer gibt es etwas zu sehen. Eine Stadtführung ist auf jeden Fall zu empfehlen. Aber wir haben das weggelassen. Vielleicht nächstes mal. Essen ist in Polen immer gut. Selbst dort wo man es nicht vermutet. Unser Mittag bestand aus Piroggen mit Fleischfüllung. Nach der Dritten waren wir eigentlich satt. Aber als Mann lässt man nichts umkommen. Und es ist wirklich preiswert. Hier stimmt Preis, Leistung. Die Kosten fürs Hotel haben, sich in zwischen wohl dem internationalem Preisgefüge angepasst. Die Verständigung ist International, also Englisch. Wobei in der Stadt drei Sprachen dominieren. Polnisch, Deutsch, Schwedisch. Was noch ganz stark auffällt, ist der allgegenwertige Bauboom. Am Stadthorizont steht Kran neben Kran. Auch die Insel in der Stadtmitte wird von Baggern umgewühlt. Um den riesigen Eisbecher und die Piroggen wieder los zu werden, entschieden wir uns für einen Rückmarsch zum Hotel. Die Action dauerte rund 2 Stunden. Aber auch so kann man eine Stadt kennen lernen.

Tag 3 der Reise. Morgens aufstehen und nach dem Frühstück in Richtung Leba. Erst mal wieder Stress beim verlassen der Stadt. 30 km bis wir endlich das Ende der Megastadt erreichten. ( Ich habe Zweifel, ob ich je nach Tokio möchte?) In Leba angekommen erwarten uns Kosten und Enttäuschung. Für alles muss eine Gebühr entrichtet werden. Das ist für uns Euroinhaber nicht schlimm. Es ist nur schade, dass die Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Auf die Höchste Düne darf man nicht. Ein Korridor von 100 m zum Meer ist begehbar. Aber für uns in Motorradklamotten ist ein Weg von rund 800 m oder mehr, bei voller Sonne nicht erstrebenswert. Uns fehlte ein Blick über die ganze Fläche der Dünen. So hätte man einen Eindruck von der Größe der Wüstenlandschaft bekommen. Für uns bleibt also nur Google. Über interessante Straßen (nicht immer Motorradgeeignet, da Buggelpiste ) fuhren wir unserm Tagesendziel entgegen. Kolberg ist in aller Munde. Leider schwärmen nur Wellness- Enthusiasten und Rentner von Kolberg. Hotel an Hotel säumen die Straßen. Aber nichts für eine preiswerte Nacht. Einen Unterschlupf fanden wir in Grzybowo fanden wir eine Bleibe. Im Internet ist das Haus Opal ein respektables Domizil. Bei Licht betrachtet, ist davon leider nichts mehr war. Das Haus und die Zimmer brechen langsam zusammen. Böse Zungen würden sagen, polnisch abgewirtschaftet. Hier sieht man die Mentalitätsunterschiede. Aber für eine Nacht, war es in Ordnung. die Bettwäsche war sauber.

Da unser Hotel kein Frühstück mehr anbot, suchten wir uns den Morgenkaffee an einer Tankstelle. Alle Cafès und Restaurants hatten noch zu. Die Saison hat noch nicht begonnen und die Stühle waren überall noch hochgestellt. Leblose Badeorte entlang der Strecke. So auch in Reval und Misdroy. Aber uns lockte der heimische Herd. Kurz vor der Fähre in Kasibor (Swinemünde) noch eine Polizeikontrolle. Aber wir waren ja nie zu schnell unterwegs. So brachte der Laser wohl keine Resultate zum Geldverdienen. Auf der Insel (Usedom) mussten wir noch an einem Stau vorbei, der einzig durch die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Stadt Usedom, hervorgerufen wurde. Als Einheimische, entschieden wir uns natürlich für eine Umgehung des Staus über Schleichwege. Die wir aber irgendwie auch nicht kannten. Die Richtung stimmte aber. So fanden wir am Nachmittag auch den heimischen Hof.

Fähre Kasibor

Fähre Kasibor

Strand Reval

Strand Reval

Düne in Leba

Düne in Leba

Pause nach Kurvenreicher Strecke

Pause nach Kurvenreicher Strecke

Krummes Haus, Sopot

Krummes Haus, Sopot

Danziger Wahrzeichen

Danziger Wahrzeichen

ein Palazo in Danzig

ein Palazo in Danzig

Mittag in Danzig, Piroggen

Mittag in Danzig, Piroggen

Mittelalterliches Tor Danzig

Mittelalterliches Tor Danzig

“Ich will nicht nach Berlin” 580 km Autobahn- wat n Stress

Hier ein Will haben Teil.

Hier ein Will haben Teil.

Der Song von der Band “Kraftkulb” hat viele Wahrheiten. Aber ich wollte nach Berlin oder besser nach Königs Wusterhausen. Wenn es jemandem schlecht geht, soll man nach ihm Sehen. Das war der eigentliche Grund. Und so begab ich mich auf die Piste. Die A 20 ist noch akzeptabel. Die A 11  ist voller und auch ist es schwer sich immer an die 120 km/h Begrenzung zu halten. Das Wetter ist beim Motorradfahren immer ein wichtiger Faktor. So wird eine gute oder schlechte Tour immer daran gemessen, wie das Wetter einen begleitet hat. In meinem Fall nervten die Windböen. Sicher hätte eine Harley Davidson mit 400 kg und einem Windschild über die ganze Front weniger Probleme gehabt. Mein leichter Vogel wurde doch ganz schön geschubst. Auf der Hin Tour fuhr ich zwischen 120 und 130 km/h. Manchmal wurde ich auch genötigt. Wenn so ein Audi in einer 120 ziger Zone auf einen draufschiesst ist das kein gutes Gefühl. Und da man der schwächere ist, glaubt man, dass man übersehen wurde. Heißt übersetzt, flucht nach vorn. Komisch nur, wenn auf dem eigenen Tacho die Nadel die Zwei mit den zwei Nullen überschreitet und man wird immer noch verfolgt. Und es sind nicht die Bullen. Da hat aber wieder mal einer Spaß mit einem Motorradfahrer gehabt. Da stellt sich die Frage, warum in einer Verhandlung ich der Bösewicht gewesen wäre. Egal. Bei trockener Straße ist das noch kein Problem. Aber auf der Rücktour erwischte mich erst nasse Fahrbahn und dann richtig Regen. Da werden solche Spielereien dann doch zu gefährlich. Die vor einem fahrenden Fahrzeuge, bauen eine feuchte Nebelwand auf. Will man überholen, fährt man in ein nichts. Mist keine Scheibenwischer am Helm. Aber am Handschuh. Hilft aber auch nicht weiter. Und die Krönung sind dann solche Fahrer, die mit ihrem riesen Kombi und einer Wirbelschleppe des A 380 hinter sich, an einem vorbeiziehen und sich dann dicht vor einem setzen. Heißt für einen Motorradfahrer Null Sicht. Die kleinen Tröpfchen sind so dicht, dass ich nicht einmal gesehen hätte, wenn ich mein Vorderrad in seine Anhängerkupplung eingehackt hätte. Wieder die Frage, wer ist hier verantwortungslos? Immer sind die Motorradfahrer die Bösen. Ich denke, wenn wir es wie in Russland machen würden und jeder Motorradfahrer eine Kamera nach vor und hinten montiert hätte, würde sich das Bild rasch wandeln. Mir reicht es wieder für ne Weile. Landstraßen sind doch übersichtlicher. Da sieht man die Idioten meist kommen. In diesem Sinne, weiterhin viel Glück allen Zweiradfahrern.

Irgendwann wurde es zu viel Wasser und ich wartete ab

Irgendwann wurde es zu viel Wasser und ich wartete ab