Motorradfahren in Mecklenburg-Vorpommern

Bikertreffen mal anders, rund 1300 km

Ankommenstrunk am Stützpunkt

In diesem Jahr haben wir die Herrentagstour einmal vorgezogen. Der eigentliche Hintergrund der frühen Reise ist, wie immer die Arbeit. Urlaub ist in den letzten Jahren bei allen die Arbeit haben Rah geworden. Das soll nicht heißen, dass nicht genug Urlaubstage zur Verfügung stehen. Nur ist es kaum möglich sie so zu bekommen wie man sie möchte. Da spreche ich sicher für viele. In diesem Jahr kommt erschwerend hinzu, dass die Temperaturen es nicht über 15 °C schaffen. Wir sind leider nicht einmal auf die versprochenen 10°C gekommen. In diesem Jahr ist wieder einmal Dänemark als Ziel auserkoren worden. Ein Haus auf Fynen stellte unsere Basis. Prima Haus mit Grill und manchmal auch Sonne. Für die Temperatur im Innern sorgten wir mit dem Kamin. Biertrinken am Feuer. Innen wie Außen. Nach einer langen Anfahrt über die Autobahnen des Nordens, half Bier und Grillen beim runterkommen. In diesem Jahr war die XVS 1100 das Gefährt meiner Wahl. Um Sie an diese etwas schnellere Gangart zu gewöhnen, drehte ich nicht über 110 km/h. Viele werden fragen: Was ist daran schnell? Die XVS stammt aus Schweden und kannte Max 90 km/h. Man merkt es ihr auch an. Irgend wie ist ihr die Tour auch nicht bekommen. Ich habe das Gefühl, sie ist mehr am Zittern als vorher. Dieses Gefühl verstärkte sich auch auf unseren Rundtouren auf Fynen. Am ersten Tag fuhren wir ins 28 km entferne Schloss Egeskov. Dort war an diesem Wochenende freier Eintritt für Biker. Das ließen wir uns nicht entgehen. Bikes und ein technisches Museum anschauen. Ein muss bei einer Männertour. Schon bei der Ankunft konnte man sehen, dass die Dänen das öfter gemacht haben. Gute Organisation. Was noch auffiel, waren die vielen verschiedenen Pathes. Jedes Dorf scheint hier einen eigenen MC eine Heimat zu bieten. Auf den Pathes sieht man Eisbären mit Schlafkissen und viele andere kuriose Sachen. Auch Frauen tragen stolz ihre Kutten mit den Aufnähern. Niemand nimmt daran Anstoß. Eine riese coole Biker Gemeinde. Polizei war hier nicht einmal am Rand zu sehen. Ein Zeichen, dass das Gros der Motorradfahrer zu den vernunftbegabten Wesen gehört. Ein ständiges kommen und fahren erhöhte des Show und Schaueffekt. Tiefes brummeln aus den Chromrohren ist hier wohl noch erlaubt. Auch wenn man durch die Ausstellungen ging, hörte man diesen sonoren Brummton ständig. Als säße man neben einem Bienenstock. Nach vier Stunden machten wir uns auf die Rückreise. Im Stützpunkt wurde natürlich der Grill wieder angeheizt. Diesmal gab es Abendrot zum Abendbrot. Und es war eine fast schon angenehme Wärme um die 12 °C.

Für den Nächsten Tag planten wir eine Tour an der Ostküste Fynens entlang. Der Himmel war blau, die Sonne war an, aber wärme war eine Fehlanzeige. Der starke Wind hielt die Temperatur zwischen 5 und 9 °C. Da kam jede Pause gerade recht. Die Tour brachte uns von Svendborg nach Lundeborg. Hier gibt es am Hafen ein kleines Fischrestaurant. Leider nur mit einer dänischen Karte. Die beiden die wenigstens des englischen Mächtig waren, haben sich immer im Hintergrund aufgehalten. Sicher weil sie dann helfend einspringen wollten. Glücklicher Weise sprach die Dame ein gutes Deutsch. Erleichtert konnte ich die Bestellung aufgeben. Es ist zwar peinlich, aber auch schön, dass viele ältere Dänen und Däninnen unsere Sprache beherrschen. So trafen wir beim Kaffeezapfen am Kiosk in Kerteminde auf einen Fireblade-Fahrer der uns ungläubig fragte, was wir in Dänemark wollen. Er erzählte uns, dass er mit seiner Truppe lieber nach Deutschland fährt. In den Harz. Oder ins Weserbergland. Denn hier ist immer Wind und schnell fahren darf man auch nicht. Das mit dem Wind kann ich unterschreiben. Aber der ist bei uns auch. Schnellfahren wollten wir ja auch nicht. Dann warnte er uns noch vor dem neuen Busgeldkatalog. Schnellfahren sollte man tunlichst vermeiden. Man wird sehr schnell seinen Führerschein los und Busgelder in Höhe eines Monatslohnes sind keine Seltenheit. Im Spaß sagte einer von uns mit einer abwinkenden Geste: “ Wir sind alle Arbeitslos!” Mit einem lächeln gab der schnelle Däne zurück: “ Das sind wir alle!” Prima Einstellung. Nach dem wir uns in Ladby bei Kerteminde die Überreste eines Wikingergrabes angeschaut haben, wechselten wir den Führer. Von Garmin auf TomTom. Das Garmin hat sowieso nur Probleme gemacht. Das ist aber etwas für die Bastelecke. Das TomTom kann Routen mit Kurven berechnen. Und es kann sie auch anzeigen. Wer diese Funktion hat, sollte sie auf Fynen unbedingt ausprobieren. Für diesen Abend blieb der Grill leer. Also etwas zu Essen suchen. Wir hatten Hoffnung irgend eine Bude am Straßenrand zu finden. Restaurant am Weg sind Rah und meist geschlossen. In Faaborg wurden wir am Markt fündig. 4 Jumbo Burger + Cola. Ein gesundes Biker Abendbrot. Es war auch ein wenig Salatblatt zwischen die beiden Fleischscheiben gefallen. Die Cola haben wir durch einen Strohhalm gesaugt. Das neutralisiert den Zucker. Im Stützpunkt half dann ein guter Whiskey bei der Verdauung der gesunden Nahrung. Am nächsten Morgen hieß es etwas früher aufstehen. Tag der Abreise. Die noch vorhandenen Getränke im Korb, hätten noch zwei Tage Urlaub bedeutet. Aber ohne Bier? Das war ein Thema, welches ich mir die Tage anhören musste. Nur zwei Kästen. Was soll der Geiz? Ja, bei der nächsten Tour läuft das anders. Wenn wir ein Versorgungsfahrzeug dabei haben. Und da waren sie wieder. Meine Probleme. Auf der Rücktour hatte ich wieder die Probleme mit der XVS. Ab 100-120 km/h hatte ich wieder das Gefühl, im Motor arbeiten keine Kolben sondern Schmiedehämmer. Zittern und klappern. Das Ventilpfeifen nahm zu. Ich habe leider noch keine Erfahrung mit diesen Dingern. Hinter Lübeck hatte ich die Nase voll. Wir waren wieder im Einzugsbereich des ADAC. Also wenn er mir um die Ohren fliegt, dann soll es so sein. Rechts ist Gas. 130 km/h lief die Kiste Schwingungsarm. Nicht gerade geräuschlos aber sie lief. Auch 140 und beim überholen waren es auch 150 km/h alles kein Problem. Nur das metallische Klopfen ließ nicht nach. Genau wie der starke Wind von vorn. Den gab es gratis zum Fahrtwind dazu. Schei.. Sturmböen. Sie Schafte es bis auf den Hof. Ohne ADAC. Es bleibt ein ungutes Gefühl und die Erkenntnis, dass die SV kaum sorgen gemacht hat und die Autobahn entspannter meister.

Ladby Wikingerschiff Nachbau

Flunderfilet mit Pommes in Lundeburg. Sehr Guuut!

Hafen Svendborg

Grillen am Stützpunkt

vor Schloss Egeskov

Motorradausstellung Egeskov

Motorradausstellung Egeskov

Bikertreffen vor Egeskov

Irgendwo stehen wir

Annis Kiosk aus Mare TV

Mehr ist dat nich !

Sonnenuntergang am Stützpunkt