Motorradfahren in Mecklenburg-Vorpommern

Danzig

Herrentag im Wonnemonat? 950 km

Wer ein großen Eisbecher will, der geht ins Elefand

Wer ein großen Eisbecher will, der geht ins Elefand

Mai und Herrentag gehören zusammen. In diesem Jahr kam auch noch bestes Wetter dazu. Eigentlich war unser primäres Ziel ein deutsches Mittelgebirge. Leider haben wir es mit dem Buchen schleifen lassen und sind so auf den dreh mit Danzig gekommen. Ich und Polen. Das ist bis her für mich kein Gedanke wert gewesen. Aber auf zu neuen Horizonten. Damit sind nicht nur geographische Erweiterungen gemeint. Auch im Kopf muss der Asphalt erneuert werden. Also los! Ohne eine Pension gebucht zu haben, brachen wir auf. Irgendwo wird es eine Schlafplatz geben. Unterschlupf fanden wir in einem Best Western in Oliwa rund 10 km vom Zentrum Danzig entfern in Richtung Gdynia. Aber verkehrstechnisch spielt das keine Rolle. Es ist alles eine Stadt. Schon beim einfahren haben wir den geballten Stress einer Großstadt erfahren müssen. Darum sagt man Ballungsgebiet. Und erfahren mussten wir eine zweispurige Magistrale von rund 30 km in der Rushhour. Die Motoren liefen heiß. Wir waren froh, keine Ducatis unser eigen zu nennen. Die wären eingegangen. Verkehr in Polen ist sowieso nichts für ein schwaches Nervenkostüm. Wer auf das nicht blinken der neuen Autofahrergeneration in Deutschland schimpft, kann hier darüber als Fauxpas lachen. Geschwindigkeitsschilder, Fußgängerüberwege und schlechte Straßenverhältnisse werden Grundsätzlich ignoriert. Wer sich an Regeln hält, steht nur im Weg. In Danzig ist es wie in jeder Großstadt. Vom Normalo bis zum Sportwagen alles vorhanden. Nur das alle fahren, als hätten sie Sportwagen. Unfälle sind an der Tagesordnung. Ersatzteile, sind kein Problem. So sieht man entlang der Einfallstraßen Teilehändler, bei denen sich z.B. Autotüren auf dem Hof stapeln. Kurioser Weise besser und aufgeräumter als bei den Ludolfs. Auch konnten wir einen kurzen Blick auf die Nachtrennszene werfen. Die traf sich vor dem McDonalds. Ein aufgebauter und getunter Lada 06 in Militärgrün wurde dort der staunenden Menge vorgeführt.

Nächster Tag, Sightseeing in Danzig. Nach dem Frühstück stand die Frage, wie gelangen wir in die Stadt. Die Wahl viel aufs Taxi. Der Rückweg noch unbekannt. Danzig ist auf jeden Fall eine Reise wert. In der Stadt wechseln sich zwar Bernsteinläden und Cafés ab, aber auch für Männer gibt es etwas zu sehen. Eine Stadtführung ist auf jeden Fall zu empfehlen. Aber wir haben das weggelassen. Vielleicht nächstes mal. Essen ist in Polen immer gut. Selbst dort wo man es nicht vermutet. Unser Mittag bestand aus Piroggen mit Fleischfüllung. Nach der Dritten waren wir eigentlich satt. Aber als Mann lässt man nichts umkommen. Und es ist wirklich preiswert. Hier stimmt Preis, Leistung. Die Kosten fürs Hotel haben, sich in zwischen wohl dem internationalem Preisgefüge angepasst. Die Verständigung ist International, also Englisch. Wobei in der Stadt drei Sprachen dominieren. Polnisch, Deutsch, Schwedisch. Was noch ganz stark auffällt, ist der allgegenwertige Bauboom. Am Stadthorizont steht Kran neben Kran. Auch die Insel in der Stadtmitte wird von Baggern umgewühlt. Um den riesigen Eisbecher und die Piroggen wieder los zu werden, entschieden wir uns für einen Rückmarsch zum Hotel. Die Action dauerte rund 2 Stunden. Aber auch so kann man eine Stadt kennen lernen.

Tag 3 der Reise. Morgens aufstehen und nach dem Frühstück in Richtung Leba. Erst mal wieder Stress beim verlassen der Stadt. 30 km bis wir endlich das Ende der Megastadt erreichten. ( Ich habe Zweifel, ob ich je nach Tokio möchte?) In Leba angekommen erwarten uns Kosten und Enttäuschung. Für alles muss eine Gebühr entrichtet werden. Das ist für uns Euroinhaber nicht schlimm. Es ist nur schade, dass die Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Auf die Höchste Düne darf man nicht. Ein Korridor von 100 m zum Meer ist begehbar. Aber für uns in Motorradklamotten ist ein Weg von rund 800 m oder mehr, bei voller Sonne nicht erstrebenswert. Uns fehlte ein Blick über die ganze Fläche der Dünen. So hätte man einen Eindruck von der Größe der Wüstenlandschaft bekommen. Für uns bleibt also nur Google. Über interessante Straßen (nicht immer Motorradgeeignet, da Buggelpiste ) fuhren wir unserm Tagesendziel entgegen. Kolberg ist in aller Munde. Leider schwärmen nur Wellness- Enthusiasten und Rentner von Kolberg. Hotel an Hotel säumen die Straßen. Aber nichts für eine preiswerte Nacht. Einen Unterschlupf fanden wir in Grzybowo fanden wir eine Bleibe. Im Internet ist das Haus Opal ein respektables Domizil. Bei Licht betrachtet, ist davon leider nichts mehr war. Das Haus und die Zimmer brechen langsam zusammen. Böse Zungen würden sagen, polnisch abgewirtschaftet. Hier sieht man die Mentalitätsunterschiede. Aber für eine Nacht, war es in Ordnung. die Bettwäsche war sauber.

Da unser Hotel kein Frühstück mehr anbot, suchten wir uns den Morgenkaffee an einer Tankstelle. Alle Cafès und Restaurants hatten noch zu. Die Saison hat noch nicht begonnen und die Stühle waren überall noch hochgestellt. Leblose Badeorte entlang der Strecke. So auch in Reval und Misdroy. Aber uns lockte der heimische Herd. Kurz vor der Fähre in Kasibor (Swinemünde) noch eine Polizeikontrolle. Aber wir waren ja nie zu schnell unterwegs. So brachte der Laser wohl keine Resultate zum Geldverdienen. Auf der Insel (Usedom) mussten wir noch an einem Stau vorbei, der einzig durch die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Stadt Usedom, hervorgerufen wurde. Als Einheimische, entschieden wir uns natürlich für eine Umgehung des Staus über Schleichwege. Die wir aber irgendwie auch nicht kannten. Die Richtung stimmte aber. So fanden wir am Nachmittag auch den heimischen Hof.

Fähre Kasibor

Fähre Kasibor

Strand Reval

Strand Reval

Düne in Leba

Düne in Leba

Pause nach Kurvenreicher Strecke

Pause nach Kurvenreicher Strecke

Krummes Haus, Sopot

Krummes Haus, Sopot

Danziger Wahrzeichen

Danziger Wahrzeichen

ein Palazo in Danzig

ein Palazo in Danzig

Mittag in Danzig, Piroggen

Mittag in Danzig, Piroggen

Mittelalterliches Tor Danzig

Mittelalterliches Tor Danzig