Motorradfahren in Mecklenburg-Vorpommern

Lenkkopflager

Endlich mal kein Motor

Lenkkopflager Reparatur

Lenkkopflager Reparatur

Mitte Juni steht eine betriebliche Radtour an. Ja, unsere Firma pflegt sie noch, die Traditionen um das Betriebsklima zu verbessern. Aber wer mit offenem Ohr durch die Reihen geht, stellt fest, dass auch hier der Klimawandel einsetzt. Egal ! Damit die Radtour auch ein wenig Spaß macht, habe ich mein Fahrrad einem Check unterzogen. Das Ergebnis war ein defektes Lenkkopflager. Die Murmeln darin waren irgendwie schon sehr eckig. Jedenfalls jene die noch da waren. Freihändiges Fahren ging gut, da der Lenker in der geradeaus Position einrastete. Spurwechsel machten ein unangenehmes Gefühl. Also schnell die Lager tauschen. Dabei zeigte sich, dass ich kein Profi bin. Das auseinanderreißen ging schnell und leicht, genau wie das zusammenbauen. Aber das besorgen war etwas lustig. Der erste Laden, beliefert die Rennrad- Kundschaft. Hier war ein Lager nicht zu bekommen. Stellt sich die Frage ob Rennräder nicht kaputt gehen. Im nächsten Laden fragte ich “die Frau hinterm Ladentisch”. Leider war die Freundlichkeit aus der gleichnamigen tschechischen Serie nicht vorhanden. Meine Frage: “ Guten Tag, verkaufen sie Lenkkopflager an Privatpersonen?” Mir schlug ein etwas hysterischen “Waaas” entgegen. Hat die Dame mich nicht verstanden? War ich zu leise? Oder reagiert sie auf alle Kundenanfragen so? Nebenbei bekam ich mit, wie einer der Schrauber gerade vom Chef zusammengeschissen wurde. Ich wieder holte die Frage und fügte den Montageort des Lagers am Fahrrad hinzu. Sie schaute immer noch fragend durch die Brille. Man konnte aber beobachten, wie sich ihr Blick mit Wissen füllte. Eine kleine Quelle drückte sich langsam durch den grauzelligen Mutterboden und erreiche leicht sprudelnd den Gedächtnisbereich. Um die Quelle nicht versiegen zu lassen, legte ich das Küchentuch in welchem ich das Lager transportierte auf den Tresen und öffnete es. Ein deutliches Einrasten war zu hören. “ Ach ein Steuerlager!” Ja, wenn man es so nennt, das halt ein Steuerlager. Ich war der Meinung, ein Steuer gäbe es nur an großen Objekten. Wie z.B. an Schiffen, LKW und PKW. Zweiräder hatten bei mir bis jetzt nur Lenker. Sie nahm das Papiertuch und brachte es in die Werkstatt. Ausgerechnet der Schlosser mit dem Anschiess bekam den Auftrag das Lager zu suchen. Der Arme. Sie übergab im das Lagerfragment mit den Worten: “ Der Herr hier braucht ein Lenkkopflager!” Nun war ich perplex. Was denn nun? doch Lenkkopflager und nicht Steuerlager? Oder hat sie vieleicht den Schlosser heimlich zugezwinkert, um ihm zu bedeuten, dass der Kunde da hinten keine Ahnung hatte. Wenn ja, dann muss ich Touchèe sagen. Jetzt wissen wir, dass wir beide nichts voneinander halten. Der Schlosser hingegen sucht seinen riesigen Schrauben und Ersatzteilturm ab. Schubladen öffnen sich und schließen sich wieder. Mittler Weile habe ich meine Schulter in den Türrahmen gehängt. Schief wie der Alltag mich formte, stand ich in der Tür und harrte der Dinge die da kommen. Nach 10 Minuten fühlte ich mich genötigt mal wieder Klug zu scheißen. Das Lager Außenmaß ist 36,6 mm aber ihr rechnet ja in Zoll stimmst? Der Suchende nickte und murmelte etwas von ein Zoll. Das Zollmaß scheint zu schwanken. Deshalb haben die Europäer ein metrisches System. In meiner Leere hieß es noch es seien 25 mm. Jetzt griff er wissend in eine Schublade und holte ein Lager heraus. Ein kleiner Glücksanfall huschte über sein Gesicht, aber verschwand gleich wieder. In dieser Firma scheint ein glückliches Lächeln kurz vor der Kündigung zu stehen. Wer hier Spaß hat, der fliegt!!! Er übergab mir das Ersatzteil und ich musste nach einem Vergleich mit dem alten Lager eine weitere Bitte äußern. Ja es war das Richtige. Aber ich brauche zwei! Ich hoffte, dass er sich die Schublade gemerkt hat. Ja er hat. Erleichterung für uns beide. An der Kasse war ich dann positiv überrascht. Der Preis war entgegen meiner Befürchtung sehr niedrig. Wie gesagt, der Rest war einfach. Fahrrad fährt wieder Grade und auch Kurve.