Motorradfahren in Mecklenburg-Vorpommern

Vättern See

Schwedentour 2.Teil

Ein Wetterchen

Ein Wetterchen

Vom Gand Canyon aus fuhren wir in Richtung Västervik. Erst auf einer dieser besagten Hauptstraßen. Das Navi wollte mit uns wieder nach links in den Wald verschwinden. In der Info Zeile war unbefestigte Straße zu lesen. Nein diese Tortur wollte ich nicht noch einmal machen. Also hielt ich weiter auf Västervik zu. Im Kopf versuchte ich die Karte von Schweden zu sortieren. Und kam ins zweifeln, ob ein blankes draufhalten nach Västervik Sinn machen würde. Den Tättö liegt nördlich von Västervik. Auf meiner Reise zum Nordkap 2011 habe ich gelernt, das man dem Navi doch vertrauen sollte. Damals hatte ich ein Medion und war sehr zu frieden, bis ein Softwarefehler alles zum Stillstand brachte. Als das Navi mich wieder bat links abzubiegen zeigte es eine Ortschaft an.  Gut, dann ist wohl alles klar. Abbiegen. Die nun vor uns liegende Landschaft war wie aus dem schwedischen Bilderbuch. Dorf am See, Wald, Wiesen. Dann ein Abzweig in Richtung Vimmerby auf Asphalt oder Richtung Blackstad durch den Wald. Und natürlich auf einem unbefestigtem Weg. Vimmerby hieße zurückfahren. Fragend schaute ich Junior an und zeigte in Richtung Waldweg. Wollen wir wirklich? Sein Kopfnicken kam ohne Zögern. Also los. Nach knappen 5 km erreichten wir feste Straße. Und mussten sie für den heutigen Tag auch zum Glück nicht mehr verlassen. Jetzt war nur noch eins wichtig. Zeltplatz finden und den Tag beenden. Es ging auf 19.00 Uhr zu als wir in Tättö die Rezeption betraten. Sohnemann regelte mit seinem Englisch die Einreisebedingungen. Für die Schranke gab es eine Magnetkarte. (Die werden auch immer moderner) Der Zeltplatz ist sehr gut ausgestattet und liegt Wunderschön. Unser Abendbrot bestand aus Schwedenbrot mit warmen Würstchen. Es waren improvisierte Hotdogs. Gegen 22.30 Uhr krochen wir in die Schlafsäcke. Für diesen Tag hatten wir Motorradabenteuer genug.

Hotdog mal anders

Hotdog mal anders

Der nächsten Morgen begann mit einem Ingwertee und einem Nutellabrot bei mir und muffeln bei Sohnemann. 9.00 Uhr ist ja kurz nach dem der Hahn gekräht hat. Sonnenlicht um diese Zeit, tötet junge Menschen. Oder es macht sie zu mindestens sehr krank. Gegen 11.00 haben wir alles zusammengepackt und konnten den Platz verlassen. Das Navi hatte die Aufgabe uns zur Tränke zu führen. Die Pferde brauchen Wasser. Der Tag sollte uns heute zu einer Freundin führen die nahe Katrineholm ihren Lebensmittelpunkt gefunden hat. Am Abend zu vor hatte ich mich noch einmal mit unseren Garmin auseinandergesetzt. Und fand in den Einstellungen eine Option die ich hätte schon früher abstellen sollen. Unbefestigte Wege meiden. Aber wir hätten uns vielleicht auch um so manches Fahrerlebnis betrogen. Jetzt fuhren wir nur auf Asphalt. Und es waren die schönsten Straßen darunter. Die hätten jedem Motorradfahrer gefallen. Denn es war für alle was dabei. Aber irgendwann kamen wir um die E 22 nicht herum. Gegen 15.00 Erreichten wir unser Ziel. Da wir unserem Stellplatzeigner nicht zu früh auf den Geist gehen wollten, suchten wir uns ein kleines Kaffee. Bei einem Stück Kuchen und einem Cappuccino ließen wir noch eine Stunde vergehen, ehe wir das Haus der Freundin suchten. Sie hat es gut getroffen. Sie wohnt so, wie wir deutschen es uns vorstellen. Ein kleiner Bauernhof abseits des Stadttrubels.

Bei Freunden in der schwedischen Idylle

Bei Freunden in der schwedischen Idylle

Ein kleines Flüsschen rahmt das Grundstück ein. Und es gibt einen Pool, den ich mit ihren Kindern am späten Abend ausprobiert habe. Wir mussten gegen ein Gummikrokodil kämpfen. Mal haben wir gewonnen und mal war das Krokodile stärker. Wie im waren Leben halt. Bei einem Bier drehten sich die Gespräche um den Vergleich Deutschland vs Schweden. Sie lebt jetzt bereits 17 Jahre in Schweden und kann daher gut urteilen. Vieles was wir in unserer Bullerby Romantik nicht sehen, macht dann sehr nachdenklich. Auch die Angleichung an deutsche Verhältnisse. Sind wir wirklich Kulturprägend für Europa? Und warum übernehmen die Länder nur die negativen Dinge, die wir Deutsche am liebsten Abschaffen würden?  Schon komisch das Ganze! Aber ich will die Welt nicht verändern sondern nur das was ich wirklich ändern kann. Und das ist leider nicht sehr viel. Halb Eins verpuppten wir uns wieder in den Schlafsäcken um am nächsten Morgen einem Schmetterling gleich über die Landstraßen zu fliegen.

Unsere heutige Tagesetappe geht um den Vättern See. Erst mal Richtung Örebro auf der 52 dann nach Ackersund von dort nach Karlsborg. Als ich 2014 mit dem Jungs in Schweden war, wollten wir einmal um den Vättern. Leider hatten wir ein schlechtes Zeit-Management Wir hätten es wie jedes Jahr machen sollen. Jeden Tag eine andere Stadt. Wir haben uns aber für zwei Tage Jönköping  entschieden. So kamen wir nur bis Motala. Nun wollte ich auch die andere Seite des Vättern sehen. Auf Google sieht es aus, als könne man während der ganzen Fahrt den See sehen. Leider ist das nicht so. Aber die Straßen bis Karlsborg sind wieder für Motorräder gebaut. Besonders bei diesem Wetter. Es lag aber auch wieder einmal am Navi. Da ich dem Navi auch verboten habe Autobahnen zu benutzen, führte uns Garmin nicht die 49 entlang, sondern über Sannerud, Svanhult und Undenäs. Da ich für diese Ecke keine Karte im Kopf gespeichert vorfand, ließ ich dem Navi sein Recht. Wunderte mich aber, dass das Wasser auf der falschen Seite war. Da ich meinte, wir fahren doch am Ufer des Vättern. Die Strecke ist aber sehr empfehlenswert. Von Karlsborg aus hielten wir uns aber jetzt dicht am See. Der aber nur ab und an durch die Landschaft lugte. Leider hatten wir wieder ein Zeitproblem. Ich wollte bis 18.00 Uhr einen Zeltplatz vor Jönköping finden. Den hatte ich mir dieses Mal nicht schon vorab bei Google gesucht. Also vor Ort suchen.

Elchburger in Fikebäck

Elchburger in Fikebäck

In Fiskebäck wurden wir dann belohnt. Eigentlicht wollte uns der Besitzer nicht so recht auf seinem Platz haben. Da er Platzprobleme hatte. Der Zeltplatz lag 150 m vom See entfernt und war gut besucht. Aber er hatte ein einsehen und Wies uns ein kleines fleckchen Erde zu. Als der Jungster wieder sein Englisch testete, fragte der gute Mann ob wir aus Deutschland seien. Nach dem Ja, meinte er beiläufig, dass wir dann ja auch deutsch reden könnten. (Es war kein Deutscher, er hatte es einfach drauf) Nach dem wir ihn entlohnt hatten, pries er noch seinen kleinen Imbiss. Die Einladung nahmen wir nach dem Zeltaufbau an. Elchburger mit Pommes und ein schwedisches Leichtbier. Mir hat es geschmeckt. Der Jungster hatte nächsten Morgen Probleme. Es fehlten wohl die ganzen E`s (E255 usw.) die im MC Doof Essen versteckt sind. In den Schlaf wiegte uns ein Belgier, der bis spät vor seinem Wohnmobil saß und einen Gitarrensong nach dem Anderen spielte. Ohne zu singen, aber handwerklich sehr gut gespielt. Endlich wieder etwas Musik. Für Junior der das als Lebenselixier braucht war das ein schöner Tagesabschluss. Er konnte nicht ahnen, dass der nächste Abend das noch toppen wird.

 

 

Badeplatz in Tättö

Badeplatz in Tättö

Warten auf das die Würstchen warm werden

Warten auf das die Würstchen warm werden

Blick von Tättö 1

Blick von Tättö 1

Felsinseln vor Tättö

Felsinseln vor Tättö

angekommen auf Tättö

angekommen auf Tättö

Wer hat schon ein eigenes Flüsschen

Wer hat schon ein eigenes
Flüsschen

Junior und der Vättern See

Junior und der Vättern See

Beispiel für schwedische Straßen

Beispiel für schwedische Straßen